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| Walden Two - die Vision einer besseren Gesellschaftsform von ,
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Neue Gesellschaftsform
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Walden Two - die Vision einer besseren Gesellschaftsform (Taschenbuch) Vor einiger Zeit las ich die SF- Erzählung "Keine Macht der Erde" v. Eric Frank Russell, die mir außerordentlich gut gefallen hatte. Ein Raumschiff landet auf dem Planeten der Gands, damit die Besatzung den Planeten zur Ausbeutung durch die Erde klar machen kann. Aber die Gesellschaft der Gands nimmt kaum Notiz davon, sie scheinen immun gegen die Prospektoren. Die Gesellschaftsform der Gands kommt ohne Geld aus; für jede Leistung, die man in Anspruch nimmt, muss man eine Gegenleistung erbringen. Kurz und gut, die Erschließungsversuche der Raumschiffbesetzung gehen ins Leere, da die Gands nicht korrumpierbar sind und nur ihre Freiheit wollen. Als ich nun WALDEN TWO von B.F. Skinner las, kam mir die Erzählung von Russell wieder in den Sinn. Vielleicht kannte Russell das Buch WALDEN TWO. In Walden TWO hatte der Begründer der Verhaltenspsychologie, B. F. Skinner, eine Gemeinschaft von ca. 1000 Personen beschrieben, die ihr Leben nach den Erkenntissen der modernen Verhaltspsychologie ausrichten. Und diese Gemeinschaft ähnelt sehr der oben beschriebenen Welt. Kein Geld und nur vier Stunden Arbeit am Tag für jeden. Die geleistete Arbeit wird in Arbeitspunkte umgerechnet. Die Kinder werden von der Gemeinschaft erzogen und jegliches Einwirken auf den Einzelnen geschieht durch die Positive Verhaltensverstärkung. Wenn man bedenkt, das die Kindererziehung in unserer Gesellschaft ohne jede "Qualifikation" erfolgt (der Nachweis "Eltern" zu sein reicht hierzu vollkommen), hat WALDEN TWO schon in diesem Punkt etwas für sich.
Skinner hat allerdings den Punkt der Religion ausgeklammert. Transzendente Fragen wie "Wo komme ich er?" und "Wo gehe ich hin?" werden in WALDEN TWO bewusst ausgeklammert. Wenn wir schon ins Leben geworfen sind, ohne das man uns danach gefragt hat, ob wir dies überhaupt wollen, soll unser Dasein auf Erden möglichst ohne Leiden ablaufen, also ohne negative Emotionen und Armut. Niemand kann sich in WALDEN TWO über Andere stellen. Auch die Demokratie als Beste aller Übel wird hinterfragt. In unserer an Visionen so armen Zeit ein interessanter Gedanke.
Das Buch ist flüssig geschrieben und ich habe mich zu keiner Zeit beim Lesen gelangweilt. Skinner läßt WALDEN TWO von sechs Personen besuchen, die mit dieser Gemeinde konfrontiert werden. Dadurch ergibt sich ein spannender und konfliktgeladener Dialog zwischen Besuchern und Bewohnern von WALDEN TWO, in dem viele der Fragen gestellt werden, die bei der Erläuterung von WALDEN TWO auftauchen. Wo bleibt z.B. die persönliche Freiheit des Einzelnen in dieser Gemeinschaft? Skinner läßt Frazier sagen (Frazier ist der fiktive Begründer von WALDEN TWO), dass es etwas wie "Freiheit" gar nicht gibt. Auch die Übersetzung ins Deutsche durch H. T. Master ist gelungen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 3. November 2002 | | |
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